Einblick in die zugrundeliegende Idee
Grundidee
Zeitgemäße Bildung und damit auch zeitgemäße Lehrkräfteausbildung misst sich an aktuellen Herausforderungen. Die Allgegenwärtigkeit digitaler Medien und ihre fortlaufend dynamische technologische Weiterentwicklung führen dazu, dass mittlerweile nicht mehr von einem Status der Digitalisierung ausgegangen werden kann, in dem digitale Medien eine analog geprägte Welt verändern, sondern von einem Status der Digitalität, in dem die analoge Welt bereits weitgehend modifiziert ist. Die übergeordnete Herausforderung einer zeitgemäßen Lehrkräfteausbildung ist die professionelle Qualifizierung zukünftiger Lehrkräfte, Kinder und Jugendliche zu einer selbstbestimmten Orientierung im Sinne der KMK-Kompetenzen für eine „Bildung in der digitalen Welt“ in einer digitalen Realität zu befähigen. Die dafür notwendigen und verbindlich zu fördernden Kompetenzen für Lehrkräfte bilden sich im Hessischen Portfolio Medienbildungskompetenz ab.
Die im Hessischen Portfolio Medienbildungskompetenz aufgeführten Kompetenzen sollen phasenübergreifend entwickelt und erweitert werden, d. h., dass während des Pädagogischen Vorbereitungsdienstes nicht alle Kompetenzen gleichermaßen von Bedeutung sind. Dem übergeordneten Ziel der Förderung von Handlungs- und Reflexionskompetenz entsprechend liegen die Schwerpunkte im Referendariat v. a. im Kompetenzbereich II (Didaktik und Methodik des Medieneinsatzes) und auf den Teilkompetenzen in anderen Bereichen, bei denen ein Bezug zur Unterrichtspraxis explizit ausgewiesen wird.
Theoretische Referenzen
Der bestimmende inhaltliche Leitgedanke der Förderung und Erweiterung der digitalen und Medienbildungskompetenzen der LiV am Studienseminar für Gymnasien in Gießen ist in erster Linie didaktisch dimensioniert. Das Ziel ist es vordergründig nicht, die LiV im Umgang mit digitalen Medien als Werkzeugen instrumentell zu qualifizieren, sondern grundsätzlicher für die Gestaltung von funktionalen, sinnstiftenden und damit bildungswirksamen Lern- und Lehrprozessen mit Blick auf eine sich stetig verändernde digitale Realität.
Bedeutung im Kontext der Ausbildung
Die Digitalität ermöglicht grundsätzlich eine Vielzahl neuer Lehr-Lern-Szenarien. Dementsprechend setzen wir es uns am Studienseminar für Gymnasien in Gießen zum Ziel, grundsätzlich eine Haltung der Aufgeschlossenheit, Agilität und Flexibilität zu fördern. Gleichzeitig steht die Funktionalität der Gestaltung von Lern- und Lehrprozessen neuer digitaler Lehr-Lern-Szenarien im Vordergrund. Diese werden folglich auf der Grundlage evidenter Aspekte guten Unterrichts (insbesondere: kognitive Aktivierung, Strukturierung, Classroom-Management, konstruktive und adaptive Unterstützung) in Modulen und Ausbildungsveranstaltungen thematisiert. Entsprechende Ausbildungs-Settings schließen in diesem Sinne z. B. die Entwicklung, Erprobung und Reflexion von veränderten Aufgabenformaten oder der Verbindung digitaler und analoger Lehr-Lern-Szenarien mit Blick auf die Qualitätskriterien guten Unterrichts ein.
