Einblick in die zugrundeliegende Idee
Didaktische Prinzipien und übergeordnete Ziele
Im Mittelpunkt der Veranstaltungen steht der Leitgedanke des Erziehenden Unterrichts. Die Bearbeitung der Inhalte erfolgt durch eine hohe Teilnehmerorientierung sowie durch eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis. Dies geschieht u.a. durch eingebrachte berufliche Handlungssituationen der LiV (anlassbezogene BHS), Fallbeispiele (veranlasste BHS) und praxisnahe Methoden, wie beispielsweise die Simulation eines Elterngesprächs.
Neben der Reflexionskompetenz und der Unterstützung des Anlegens, Aufbauens und Füllens des eigenen Portfolios soll eine positive pädagogische Grundhaltung gefördert werden. Die LiV gewinnen zunehmend Handlungssicherheit als professionelle Lehrkraft im Kontext lernförderlicher pädagogischer Beziehungen und werden zur Kooperation mit inner- und außerschulischen Akteuren ermutigt.
Inhaltliche Schwerpunkte
AV 1: In einer doppelten Vermittlungspraxis setzen sich die LiV mit dem berufsbiografischen Ansatz auseinander und reflektieren auf Basis ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags u.a. die Rolle der Lehrkraft und ihre pädagogische Grundhaltung. Die LiV werden dazu angeleitet, sich bei ihren Unterrichtshospitationen auf spezifische Beobachtungsschwerpunkte, wie beispielsweise das lernförderliche Klima, Klassenführung und den Umgang mit Unterrichtsstörungen (proaktive Strategien) zu fokussieren.
Darüber hinaus erfolgt eine Einführung in schulrechtliche Aspekte (Dienstordnung, Hessisches Schulgesetz). Erste Planungsüberlegungen von Unterricht werden mit Hilfe der didaktischen Analyse nach KLAFKI angebahnt.
EBB: Im Bereich der Veranstaltung EBB werden die Inhalte aus AV 1 vertieft. Da die LiV nun erste unterrichtliche Praxiserfahrungen sammeln, liegt der Fokus u.a. auf der Förderung eines positiven Arbeits- und Klassenklimas sowie der Betreuung gruppendynamischer Prozesse (vgl. u.a. Eckert). Neben vertiefenden Aspekten der Klassenführung werden Fördermöglichkeiten der Lernmotivation, Interventionsstrategien bei Unterrichtsstörungen (vgl. u.a. Lohmann und Nolting), Beteiligungsmöglichkeiten von Lernenden und Elternarbeit (vgl. u.a. Henning/Ehinger) thematisiert.
Weitere Inhalte, auch im Sinne von Querschnittsthemen von VInn, sind geschlechtergerechter Unterricht, der Umgang mit Diversität und die Berücksichtigung besonderer Lernvoraussetzungen, beispielsweise bei Schülerinnen und Schülern mit ADHS oder einer Autismus-Spektrum-Störung (vgl. u.a. Meyer/Tretter/Englisch). Zudem werden Kooperationsmöglichkeiten in multiprofessionellen Teams (z.B. Beratungsteams in Schulen, außerschulische Beratungsstellen) erkundet und reflektiert.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bearbeitung wahrgenommener pädagogischer Herausforderungen, die in kollegial-beratender Weise reflektiert werden.
Literaturhinweise
Bovet, G./Huwendiek, V.: Leitfaden Schulpraxis. Pädagogik und Psychologie für den Lehrerberuf. 12. Aufl. Berlin 2023 (Cornelsen).
Eckert, M.: Classroom Management. Ditzingen 2022 (reclam).
Henning, C./Ehinger, W.: Das Elterngespräch in der Schule. Von der Konfrontation zur Kooperation. 10. Aufl. Donauwörth 2023 (Auer).
Helmke, A.: Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität. Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts. 8. Auflage Hannover 2021 (Kallmeyer).
Lohmann, G.: Mit Schülern klarkommen. Professioneller Umgang mit Unterrichtsstörungen und Disziplinkonflikten. 14. Auflage Berlin 2020 (Cornelsen).
